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Geschrieben von Chrissi Chan
Wie der Titel schon erahnen lässt, wird sich dieser Essay weder mit den
Helden des Anime und Manga Hits ( Helden ist wohl kaum der Richtige Ausdruck,
lassen wir es aber dabei ) auseinandersetzen, noch wird er versuchen, ein weiteres
Rätsel des EVA- Universums, wie zum Beispiel das öftere Vorkommen
von bestimmten Zahlen, religiösen Symbolen, oder ähnlichen verwirrenden
Puzzlestücken aufzulösen. Dieser Essay wird sich ausschließlich
mit den Machern der Serie, ihren Vorstellungen ,ihren Inspirationen und der
Nachricht, die sie uns mitteilen wollen beschäftigen.
Wer die Geschichte um den Evangelion- Piloten Shinji Ikari nicht kennt und
zum ersten mal
ein Buch der Serie ließt, bzw. eine Folge des Films sieht, dürfte
wahrscheinlich denken, dass es sich hierbei um einen gewöhnlichen Manga
bzw. Anime handelt, nur dass es in diesem um riesige Roboter und schöne
Mädchen geht. Na ja, eigentlich dürfte er denken: "Boah, ist
das cool" ( Ich weiß, wovon ich rede, mir ging es nämlich genau
so ), aber das ist nur Nebensache. Wer aber die ganze Serie gesehen hat, weiß
dass Neon Genesis Evangelion mehr als nur ein gewöhnlicher Manga bzw. Anime
ist. Es geht hierbei nicht nur um ein Paar Kinder, welche die Welt retten, indem
sie robotersteuernd ein Paar Monströse Bösewichte vernichten. Um ein
Beispiel zu nennen: Die Vernichtung der Engel. Kein Ding, sollte man denken.
Die Helden rücken mit ihren glamourösen, imposanten und ultimativen
Kampf- maschinen aus und Vernichten den bösen Feind. Weit gefehlt. Wenn
man dabei zuschaut, wie die Evangelion die Engel -und umgekehrt- erschlagen,
erschießen, zerfleischen, zerdrücken, usw. bekommt man erst einen
Eindruck davon, wie grausam Menschen und Göttliche Invasoren sein können.
Mann kann sehen ( und fühlen ), wie die Children Shinji, Rei und Asuka
leiden, wie schlecht es ihnen ergeht, wie Hoffnungen platzen, Menschen -Freunde-
Sterben, weil einem keine Wahl bleibt, wie einst stolze Personen, richtige Persönlichkeiten
in sich zusammenfallen, nachdem ihnen all das erfahren ist. Zugegeben, Neon
Genesis Evangelion ist ein guter Manga bzw. Anime, aber bei weitem kein schöner.
In schönen Geschichten sterben nicht einfach Menschen, von denen man meinen
könnte, so etwas könnte solchen Personen -anderen Personen ja, aber
denen nie- je widerfahren. In schönen Geschichten siegen die Helden letztendlich
immer, sie verzweifeln nicht ans sich selbst oder anderen, sterben nicht und
sind dann unwiderruflich tot, müssen nicht zusehen, wie anderen Personen
schreckliches widerfährt, können nicht nichts dagegen tun und hassen
sich und ihre Ohnmacht. Die Liste ließe sich leicht fortsetzen. Bei schönen
Geschichten gibt es ein Happyend. Bei Evangelion bleibt nichts über, nur
zwei Überlebende, die zudem noch grundverschieden sind, sich selbst überlassen,
allein und ohne irgend ein Ziel, an dass sie sich klammern können. Dass
ist ein Ende dass man keiner Person wünschen würde. Vor allem nicht,
wenn man weiß, was sie alles durchmachen mussten, um letztendlich so zu
enden.
Neon Genesis Evangelion ist nicht einfach nur eine Action- Sci- Fi- Geschichte
um Robos, Monster und um die Rettung der Welt, sie erzählt viel mehr die
Geschichte des 14jährigen Jungen Shinji Ikari und den Personen in seinem
Umfeld. Das ist wahrlich keine schöne Geschichte. Man könnte es als
ein Drama mit Epischen Ausmaßen in einer nicht all zu fernen und zudem
noch recht möglichen ( sehen wir einmal davon ab, dass die Erde von göttlichen
Wesen angegriffen wird ) Zukunft bezeichnen.
Die Personen, die hinter Neon Genesis Evangelion stecken, seine Erfinder und
Autoren sozusagen, sind das Zeichnerteam Gainax , der Starzeichner Yoshiyuki
Sadamoto und Hideaki Anno. Wenn man einmal davon absieht, dass diese Personen
mit Neon Genesis Evangelion nicht nur eine ausgezeichnete Geschichte erzählen
wollten und mit dieser viele Fans, Anerkennung, Geld, usw. bekommen wollten,
ging es zum Beispiel Hideaki Anno darum mit dieser Geschichte seine eigenen
Kindheitsprobleme niederzuschreiben.
Wer denkt, dass so ein großartiger
und anerkannter Autor eigentlich schon als Kind so gewesen sein muss, irrt.
Herr Anno war ein einsames Kind ohne Freunde. Dass spiegelt sich nun auch in
der Hauptperson Shinji Ikari wieder. Mann kann zwar nicht behaupten, das Shinji
keine Freunde hat, besonders nachdem bekannt wurde, dass er der Pilot eines
dieser Evangelion ist, wäre es aber anders gekommen und wäre er nicht
nach Nerv geholt worden, so wäre er wohl weiterhin ein einsamer, stiller
Junge geblieben. So könnte man also meinen, in dem Herr Anno Shinji Ikari
kreiert hat, hat er gleichzeitig das Kapitel seiner einsamen Kindheit bewältigt
und abgeschlossen.
Es gibt noch viele weitere ( wenn man davon weiß )
auffallende Verbindungen zwischen dem EVA- Universum und unserer Realität.
Da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass Gendo Ikari, Shinjis Vater, Kommandant
von Nerv und Arschloch der Serie ( Ähem...
Tut mir echt leid, Gendofans, aber ich kann ihn trotz seinen Beweggründen
nicht leiden ) eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem Mitglied von
Gainax hat ( fragt mich bitte nicht, woher ich dass weiß, ich hab es nämlich
selber vergessen (-_-) ). Weitere Ähnlichkeiten, wie zum Beispiel Die Namensgebung
von Einzelnen Charakteren sind natürlich beabsichtigt ( oder es fiel kein
besserer Name ein ) .
So wurden zum Beispiel Hikari und ihre nicht in der Geschichte vorkommenden
Schwestern nach den drei Shinkansen Zügen ( Hochgeschwindigkeitszüge
aus Japan ) benannt. Auch der Name Ayanami wurde einer Technischen Errungenschaft
nachempfunden, nämlich der japanischen Flugzeugträgerklasse Ayanami.
Auch diese Liste Ließe sich fortsetzen.
Also ist Neon Genesis Evangelion trotz allem doch nur eine Geschichte. Die
Charaktere existieren nicht wirklich ( Mist ! )und wie wir nun alle wissen,
wird es in absehbarer Zukunft keinen 2nd bzw. 3rd Impact geben ( Uff ! ). Lässt
sich nur hoffen, dass unser hochverehrtes Zeichner- und Entwicklerteam dem Manga
ein besseres Ende als dem Anime beschert ( nicht sehr wahrscheinlich, aber immerhin
möglich ). Hoffen wir es, schon Shinji, Asuka, Rei und allen Anderen wegen.
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