Liebe und Schicksal

Kapitel 2: Eine Handvoll Schmerz



Shinji atmete die Flüssigkeit tief ein, wobei sich bei ihm ein bekanntes Ekelgefühl einstellte. Das LCL floss durch verschiedene Öffnungen in seine Entry-Plug, und flutete langsam die gesamte Kapsel. Shinji war den Geschmack inzwischen gewohnt und doch war er ihm immer noch zu wieder. Er konnte den Geschmack nicht genau beschreiben. Er hatte entfernte Ähnlichkeit mit Blut, jedoch mit zahlreichen anderen Geschmäckern. Hätte ihn jemand gefragt hätte, was er an seinem Pilotendasein am meisten Hasste, würde seine Antwort eindeutig ausfallen. Doch merkwürdiger Weise störte ihn der Geschmack heute nicht so sehr wie sonst auch. Das mochte daran liegen, dass er mit ganz anderen Dingen beschäftigt war.
Es waren nun 3 Tage seit der Party und dem… Vorfall vergangen. Asuka hatte in diesen 3 Tagen nicht einmal mit Shinji geredet, geschweige denn ihn überhaupt angesehen. Jeder Versuch von ihm mit ihr zu reden war daran gescheitert, dass sie ihm jedes Mal auswich. Sie stand morgens auf und ging sofort ins Bad, nur um danach ohne Essen in die Schule zu gehen. Sie schaffte es immer wieder ihn dabei abzuhängen, was dank ihrer guten Kondition auch kein Wunder war. In der Schule ignorierte sie jegliche Kontaktversuche über die Laptops und während der Pausen war sie die erste die das Gebäude verlies um sich außerhalb seiner Sichtweite aufzuhalten.
Shinji warf einen Blick auf das EVA-Kommunikationssystem und öffnete nach kurzem überlegen einen Kanal zu EVA-02. Ein Bildschirm öffnete sich, auf dem Asuka zu sehen war. „Asuka? Ich… ich wollte nur…“ Ein kurzes aufblitzen des Monitors und es war nur noch statisches rauschen zu sehen. Über dem rauschen stand in roten Lettern „Verbindung vom Empfänger unterbrochen. Keine weiter Verbindung möglich.“ Asuka hatte den Kanal geschlossen und blockierte nun jegliches Signal von EVA-01. Es war offensichtlich, dass sie nicht mit ihm reden wollte. Shinji war nicht sonderlich überrascht. Asuka war schon oft sauer auf ihn gewesen, aber dieses Mal war es etwas anderes. Dieses Mal war es etwas Ernstes.
Plötzlich öffnete sich ein Kanal zur Kommandostation. Der Monitor zeigte eine Besorgt wirkende Misato. „Shinji, was ist denn los? Konzentriere dich mehr!“ „Gomen…“ murmelte Shinji, und schloss die Augen, um sich wie ihm befohlen zu konzentrieren. Doch in seinem Kopf tobte mal wieder ein Sturm. Er musste mit Asuka reden, alles aufklären. Doch wie sollte er das nur anstellen? Vielleicht konnte er Hikari um Rat fragen. Schließlich waren Asuka und Hikari immer noch Freundinnen.



Nachdenklich beugte sich Ritsuko über die Kontrolltafeln, um die Daten die gerade über den kleinen Schirm vor ihr angezeigt wurden besser beurteilen zu können. Ihr Team war gerade dabei die Daten zu analysieren, doch Ritsuko wusste schon längst das etwas nicht in Ordnung war. „Ich mache mir Sorgen…“ sagte Misato und hob ihren Becher an die Lippen um einen Schluck Kaffe zu trinken. Offenbar wusste Misato genauso viel wie Ritsuko. Langsam erhob sich Dr. Akagi und steckte die Hände in ihre Taschen. Nach  einer kurzen Pause, hob sie ihren Kopf und sah auf den 3D-Monitor auf dem gerade die 3 Children in ihren Entry-Plugs abgebildet waren. „Second- und Third Children haben einen niedrigeren Synchronlevel als ihrer Norm entsprechend. Der Wert liegt bei beiden knapp unter dem Durchschnitt; ist also inakzeptabel.“ „Ja, ich denke auch, dass die beiden irgendetwas bedrückt…“ sagte Misato und ignorierte dabei bewusst, die professionelle und kalte Beurteilung die Ritsuko formuliert hatte. Doch sie hatte Recht. Diese Werte waren wirklich inakzeptabel. „Sie benehmen sich schon seit der Party so merkwürdig. Doch wenn ich einen von ihnen darauf anspreche, weichen sie mir aus. Wenn ich nur wüsste warum die beiden sich aus dem Weg gehen…“ „Kinder in diesem Alter sind schwer zu durchschauen. Man kann sich kein genaues Bild ihres Gefühlslebens machen, was auch komplett zwecklos wäre, denn hat man ihre Gefühlsebene erst einmal begriffen, haben sie sich meist schon regeneriert… oder sie sind daran zerbrochen…“ bemerkte Ritsuko und starrte weiterhin auf den 3D-Monitor. Geschockt sah Misato zu Ritsuko. „Du meinst doch nicht die beiden haben…?“ Der Gesichtsausdruck mit dem Ritsuko, Misatos Blick erwiderte, sprach Bände. Mit einem Blick auf einer der kleineren Monitore sagte Ritsuko: „Es werden extrem niedrige Endorphinwerte angezeigt. Dazu kommen noch Adrenalinmangel, sowie einige Unregelmäßigkeiten in den Gehirnwellenmustern.“ Nach einer kurzen Pause in der Ritsuko anscheinend die Werte noch einmal durchging fuhr sie fort: „Das alles deutet auf Depressionen, jenseits der allgemeinen Bereiche hin.“ „Liebeskummer…“ fasste Misato mit bestätigendem Gesichtsausdruck zusammen. „Die Daten sind nicht eindeutig, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch.“ Bemerkte Ritsuko. „Das muss sich ändern, sonst stehen wir dem nächsten Engelangriff nur mit minimaler Effizienz entgegen.“
Misato hörte einen Anflug von menschlicher Sorge aus Ritsukos Bewertung der Lage heraus. Offenbar war sie auch um das Wohl der Children besorgt. „Ich werde mich darum kümmern…“ sagte Misato und ging zur Tür.
Ritsuko blickte Misato noch kurz nach und wandte sich dann an Maya. „Beenden wir den Synchrotest für heute.“ „Ja, Senpai“ antwortete Maya und veranlasste die Trennung der Nerven, sowie das öffnen der Kapseln. „Genug für heute, ihr könnt euch duschen gehen“ sagte Ritsuko mit einem beiläufigem Blick auf den Bildschirm.



Nachdenklich schlenderte Misato durch die Korridore des NERV-Hauptquartiers. Wie komme ich dahinter, was die beiden so beschäftigt? Die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden jeweils die Ursache des Kummers sind ist ziemlich hoch... wenn ich es recht bedenke, ist es sogar die einzig logische Erklärung. Aber wie konnte sie ihnen bei ihren Problemen helfen? Die Frage war vielmehr: Konnte sie ihnen helfen?
So in Gedanken versunken, bemerkte Misato die Gestalt die plötzlich vor ihr auftauchte viel zu spät, um noch zu reagieren. Der Fremde packte Misato an dem rechten Handgelenk, und mit der anderen Hand fasste er ihr um die Hüfte. Misato erschrak furchtbar und wollte sich gerade ernsthaft zur Wehr setzen, als sie eine nicht unbekannte Stimme vernahm.
„So in Gedanken, schöne Frau? Was beschäftigt dich so sehr, das du deinen Lieblings-Ex-Freund nicht einmal bemerkst?“ Misato war sich dem sarkastischen Unterton wohl bewusst, und gab Kaji zum dank einen leichten Hieb in die Rippen, der stark genug wahr um ihn zu überreden sie loszulassen. „Aua! Nicht gleich so fest!“ sagte Kaji mit gespielter Wehleidigkeit.

„Shinji UND Asuka haben Liebeskummer?“ Kaji wirkte offensichtlich überrascht. „Ja, und ich denke das ihre Probleme eng miteinander verknüpft sind, auch wenn ich noch nichts Genaueres darüber weis…“ sagte Misato und trank einen schluck Kaffee. Sie saßen in einem Aufenthaltsraum, welcher zurzeit nicht sehr belebt war. Misato hatte vorgeschlagen einen Kaffe trinken zu gehen. Sie musste sich mit jemandem Unterhalten, der sie in ihrer Sorge verstehen würde.
„Das ist in der Tat ziemlich merkwürdig… allerdings denke ich nicht, das man sich deshalb solche Sorgen machen müsste!“ Das hatte Misato nun davon, wenn sie ausgerechnet mit ihm über so ein Thema reden wollte. „Sie sind schließlich noch Jung! In diesem Alter haben wir alle gewisse Gefühlsschwankungen durchgemacht, das ist nichts Besonderes…“ fuhr Kaji fort. „Du hast ja nicht gesehen wie sich Asuka in letzter Zeit verhält! Sie ist wie ausgewechselt!“ „Ich denke du übertreibst nur wieder mal. Mit Asuka ist bestimmt alles in Ordnung.“ „Wenn du meinst…“ Misato war nach wie vor nicht sehr von Kajis Standpunkt überzeugt.
Die Beiden hatten ihren Kaffee geleert, und gingen nun gemeinsam zurück Richtung Kommandozentrale. Auf ihrem Weg begegneten sie plötzlich Asuka, welche mit schnellen Schritten zu einem der Aufzüge eilte.
„Hey, Asuka! Wohin so eilig?“ Asuka drehte sich nicht einmal um, als sie die knapp antwortete: „Heim“ Misato sah verwundert auf die Uhr. „Aber es ist noch so früh, die Auswertung deines Synchronlevels kann unmöglich schon fertig sein!“ „Mir egal, ich will heim.“ Sagte Asuka noch kurz, bevor sich die Fahrstuhltür schloss.
Misato und Kaji standen beide mit offenem Mund da. Asuka hatte noch nie eine Gelegenheit verpasst ihren neusten Synchronwert zu erfahren. Schließlich konnte sie damit zeigen, dass sie die beste Pilotin war.
Kaji brach schließlich das Schweigen. „Jetzt mache ich mir auch Sorgen…“



„Was meinst du damit, Ikari-kun? Über was sollte Asuka denn mit mir geredet haben?“ Hikari wirkte hinsichtlich verwirrt. Es kam schließlich nicht oft vor, das Shinji sie um ein Gespräch unter 4 Augen bat. Doch Shinji tat sich sichtlich schwer mit ihr darüber zu reden. „Nun ja... ich… ich weis nicht mehr genau, was vor 3 Tagen auf der Party passiert ist. Alles woran ich mich erinnere, ist das Asuka diese echt große Flasche Sake gefunden hatte, aber was danach passiert hab ich irgendwie vergessen. Ich habe mir schon den Kopf darüber zerbrochen, aber es will mir nicht mehr einfallen…“ Betroffen sah Shinji zu Boden. Die Tatsache, dass Shinji neben Asuka aufgewacht war, verschwieg er lieber. Sie musste ja nicht gleich alles wissen…
„Nun das könnte von dem Alkohol kommen… Du hast nämlich mit Asuka noch die komplette Flasche geleert. Die Party ging danach nicht mehr lange weiter, denn die meisten waren entweder sehr müde, oder sehr betrunken…“ bei dem letzten Satz errötete Hikari leicht. Offenbar gehörte sie zu der zweiten Art. „Jedenfalls gingen wir dann schließlich, noch bevor Misato-san zurückkam Ihr wolltet noch aufbleiben, hat Asuka gesagt… und mehr weis ich auch nicht.“
Shinji überlegte kurz. Asuka hatte also etwas Ähnliches geplant… wahrscheinlich war es dann nur im Laufe des Abends aus den Fugen geraten. Hätte er doch nur nicht soviel Alkohol getrunken!
„Ikari-kun?“ Shinji hatte gar nicht bemerkt, dass Hikari sich genau vor ihn gestellt hatte und ihn nun direkt ansah. Sie wurde zwar etwas rot, machte aber doch einen selbstsicheren Eindruck. „Asuka verhält in letzter Zeit ziemlich merkwürdig… hat das etwas mit dem zu tun, was nach der Party passiert ist?“ Shinji sah Hikari an, wie sie da mit rötlichem Gesicht vor ihr stand. Wusste sie etwa, was vor 3 Tagen passiert war? Mädchen erzählen sich doch immer alles… was war wenn sie auch das Geheimnis untereinander geteilt hatten? „Nun… es ist so…“ stotterte Shinji unsicher. „Du musst mir nichts erzählen, wenn du nicht willst...“ unterbrach ihn Hikari, „aber wenn du willst, kann ich Asuka ja mal fragen, was sie so bedrückt.“ Shinji sah auf. Hikari zwinkerte ihm zu. „Natürlich ohne, dass sie etwas von dir erfährt.“ Shinji blickte sie verdutzt an. „Außerdem schulden ich und Toji euch beiden ja noch etwas…“ Hikari sah Shinjis Kinnlade herunterfallen und berichtigte sich schnell „dass wir auch auf diese lustige Party eingeladen wurden! Hehehe…“ Hikari versuchte möglichst unschuldig auszusehen, doch Shinji verstand den Wink mit dem Zaunpfahl. Es war ja auch eigentlich mehr ein ganzes Scheunentor, als ein Zaunpfahl.



Ein lang gezogener Ton summte leise durch Misatos Wohnung. Langsam anschwellend veränderte sich die Tonlage und formte eine träumerische Melodie. Dem Klang der Melodie folgend sah man einen jungen Mann auf einem Stuhl nahe dem Balkon sitzen. Sein Cello an die Schulter gelehnt entlockte der junge Mann dem Instrument mit geschlossenen Augen einige schöne tiefe Klänge um dann langsam auf eine höhere Tonart zu wechseln. Die Melodie stimmte nachdenklich und entsprach damit genau den Gefühlsregungen des jungen Komponisten. Als der letzte Ton langsam im Raum verebbte öffnete Shinji die Augen und umschloss mit beiden Armen das Cello. Seine Gedanken waren sehr gestreut und wirr als er von dem Treffen mit Hikari nach Hause kam. Das Cellospiel hatte seine Gedanken wie immer geordnet und nun konnte er wieder in klaren Bahnen denken.
Er dachte an Asuka, wie so oft in den letzten Tagen. Was würde das Gespräch zwischen ihr und Hikari bringen? Würde sie ihn verstehen? Shinji war sich nicht einmal sicher, ob er es verdient hätte. Wieder fühlte er wie sich seine Gedanken verworren und so begann er erneut eine Melodie auf seinem Cello anzustimmen. Wie die vorrangegangene Melodie war diese Intuitiv und kam von Herzen. Sie spiegelte seine Gefühlswelt dar. Sein Cello war seine Art mit seinen Gefühlen umzugehen. Die Melodie gewann an Kraft und wurde langsam lauter und irgendwo lauschte eine junge Frau einer Eingebung derselben Melodie.



„Asuka, was machst du da am Fenster?“ Asuka schreckte plötzlich hoch. Sie hatte völlig die Zeit vergessen als begonnen hatte aus dem Fenster zu sehen. „Äh... nichts...“ bemerkte sie und setzte sich wieder zu Hikari, welche in ihrem Zimmer auf dem Bett saß. Ihre Plötzliche Einladung bei ihr zu schlafen hatte Asuka zuerst überrascht, doch war es ihr am Ende ganz Recht gewesen. So konnte sie Shinji besser aus dem Weg gehen. „Shinji...“ „Hast du was gesagt?“ Erneut schreckte Asuka hoch. Hikari, welche sich inzwischen vor sie gesetzt hatte sah sie fragend an. „Uh... nein, gar nichts...“ Hikari lächelte, als wäre sie in ihrem Glauben bestätigt worden, belies es jedoch vorerst dabei. Eine kurze unangenehme Stille stellte sich ein. Asuka mochte diese Stille nicht. Sie dachte unweigerlich nach, wenn es Still um sie wurde und ihre einzigen Gedanken lagen zu Zeit bei einem jungen EVA-Piloten. „Du, Asuka...?“ Asuka hob den Kopf und sah Hikari fragend an. „Denkst du gerade an Shinji?“ Asuka fühlte sich ertappt. Woher wusste sie das? „A... Ach Blödsinn! Warum sollte ich denn an so einen denken?“ sagte sie mit gespieltem Selbstbewusstsein. „Er denkt nämlich auch an dich... kann ich mir vorstellen.“ Asuka stockte. Ihr blick wurde langsam unsicher, was Hikari aber nicht zu bemerken schien. „Ich habe heute mit ihm geredet...“ Asuka musste sich zurückhalten, Hikari nicht mit Fragen zu bombardieren, welche ihr sofort durch den Kopf schossen. Wie geht es ihm? Was macht er gerade? Geht es ihm gut? Statt dessen versuchte Asuka einfach locker zu bleiben, jedoch sah man ihr die Interesse deutlich an. Hikari fuhr fort. „Ihm schien es ziemlich peinlich zu sein, aber er wollte von mir wissen was bei der Party passierte. Er schien es wirklich ernst zu meinen.“ Asuka riss die Augen auf, ohne das Hikari davon Kenntnis nahm. „Ich habe ihm eigentlich versprochen dir das nicht zu erzählen, aber ich wüsste nicht wie ich sonst in Erfahrung bringen könnte, was passiert ist, nachdem wir die Party verlassen haben.“ Hikari errötete und sah zu Boden. „Versteh mich nicht falsch... aber Shinji schien wirklich verzweifelt. Was... was ist denn Passiert?“ Erst jetzt sah Hikari wieder auf und bemerkte Asukas glasig wirkenden Blick. „Er... er kann sich wirklich nicht mehr erinnern?“



Die Sonne schien grell vom Himmel und brach sich im Rand des Glas, welches Asuka schon seit geraumer Zeit umklammerte. Eigentlich war es ein schöner Tag, schon alleine weil Asuka mit Kaji einkaufen gehen konnte. Doch ihre Laune hatte sich noch verschlimmert, als sie von Hikari erfahren hatte, dass Shinji Tatsächlich sein Gedächtnis verloren hatte. Noch schlimmer war allerdings die Tatsache, dass die Schuld daran bei ihr lag. „Asuka...“ Asuka, welche bisher eisern ihr Glas fokussiert hatte, blickte kurz auf und sah Kaji an. “Ich merke doch das etwas mit dir nicht stimmt. Du wirkst seit Tagen so niedergeschlagen...“ Asuka senkte wieder ihren Kopf und betrachtete weiter die Lichtspiele in ihrem Glas. „Es ist nichts...“ Kaji musterte sie eingehend und mit nachdenklichem Blick. Minuten verstrichen in denen er offensichtlich auf eine Äußerung ihrerseits wartete. Doch sein Warten blieb ohne Erfolg. „Ist es wegen Shinji?“ Asuka fuhr hoch und knallte mit beiden Fäusten auf den Tisch. „Warum sollte ich wegen so einem Baka denn unglücklich sein?!“ „Du gibst es also zu das du unglücklich bist?“ Die Röte stand Asuka ins Gesicht geschrieben. Kaji hatte schon immer ein Talent Leute dazu zu bringen Dinge zu sagen, die sie eigentlich verheimlichen wollten. Missmutig setzte sie sich wieder hin. „Ach, was...“ Kaji schmunzelte schon beinahe genüsslich. „Kennst du noch das alte Sprichwort aus Deutschland: Getroffene Hunde bellen? Du weißt genau das ich über dich mehr weiß als alle anderen...“ „Ja, es ist wegen Shinji...“ Kaji stoppte abrupt. Mit so einer schnellen Offenbarung hatte er gar nicht gerechnet. Asuka suchte nach den richtigen Worten, jedoch fiel es ihr schwer mit ihrem alten Schwarm über solche Dinge zu reden. „Ich... Ich...“ Plötzlich fühlte sie eine Hand auf ihrer Schulter. Als sie überrascht zur Seite sah, stand Kaji schon neben ihr und sah ihr eindringlich in die Augen. „Du musst es ihm sagen. Ausflüchte bringen hier nichts, außerdem ist das nicht die Asuka die ich kenne. Die alte Asuka war nie vor einem Problem davon gerannt.“ Asuka sah Kaji an. Schlagartig veränderte sich ihre Miene und mit einem Freudenschrei sprang sie Kaji um den Hals. Dieser fiel überrascht nach hinten um und landete samt Asuka auf dem Boden. „Danke Kaji, danke dass du für mich da bist!“ Kaji sprach mit gequälter Stimme weiter „K...Kein Problem. Könntest du jetzt bitte dein Knie da Wegnehmen?“ Asuka bemerkte es viel zu spät, aber bei dem Sprung hatte sich ihr Knie in Kajis „unkeusche Gefilde“ Vorgewagt. Der Schmerz war auf seinem Gesicht deutlich zu sehen. Sofort sprang sie auf. „Ahh, Kaji tut mir Leid!“ Langsam stand Kaji auf und Lächelte dabei. „Ach was, nicht so schlimm. So was steck ich doch weg wie nichts!“ „Das ist gut und weißt du was? Zur Belohnung gehen wir jetzt Einkaufen!“ Mit diesen Worten drehte sich Asuka um und sah in Richtung der Einkaufspassage. Kaji hingegen verdrehte die Augen und hielt sich die Leistengegend fest während er leise etwas von „aus mit der Familienplanung“ murmelte. Plötzlich ergriff sie seine Hand und rannte mit ihm – so gut es eben ging – zum nächsten Bademodengeschäft. Schlagartig hatte sich ihre Laune geändert. Bald würde sich alles wieder einrenken. Sie hatte ihren Optikmissmuss wiedergefunden.



Kühle Luft drang durch das geöffnete Fenster herein und ließ Shinji kurz frösteln. Es war schon spät und Misato hatte sich schon längst schlafen gelegt, doch Shinji lag immer noch wach. Vor kurzem war Asuka nach Hause gekommen – jedenfalls glaubte Shinji das, denn er hatte sich nicht die Mühe gemacht aus seinem Zimmer herauszugehen. Trotzdem fragte er sich erneut was die Übernachtung bei Hikari gebracht hatte. Würde sie nun wieder mit ihm reden? Würde jetzt alles gut werden? Die Neugier machte ihn Schlaflos, doch er wiederstand dem Drang einfach in Asukas Zimmer zu gehen. Es war schon früher unklug so etwas zu tun, doch im Moment schien es ihm als käme es einem Selbstmordversuch gleich.
Plötzlich hörte Shinji ein Geräusch. Als er sich nach dem Geräusch umdrehte, sah er Asuka, welche in seinem Zimmer stand und gerade die Tür hinter sich schloss. Sie trug einen Kimono der ihre weiblichen Formen betonte und ihre Haare hingen ihr lose über die rechte Schulter nach vorne. Shinji stand sofort vom Bett auf. Er ging erst einen Schritt auf sie zu, blieb dann aber doch gut zwei Schritte vor ihr stehen. „Asuka, ich...“ nervös sah Shinji zu Boden. „Ich konnte nicht“ ich wollte dich nie...“ Asuka ging auf ihn zu und legte ihren Zeigefinger auf seine Lippen Sie sah ihn an und mit Engelsgleichen Augen fing sie an leise zu flüstern. „Es ist in Ordnung. Ich habe mit Hikari geredet. Es... es ist alles meine Schuld. Hätte ich dich nicht überredet soviel Sake zu trinken, wäre all das nicht passiert, und du hättest dich an die Nacht erinnert.“ Shinji wollte ihr so gerne sagen, dass es nicht ihre Schuld sei, dass er diese Nacht nicht vergessen wollte. Das er Sie liebte. Doch sie hielt weiter ihren Finger auf seine Lippen. „Ich sehe das nun ein, und will dir etwas sagen Shinji. Ich... ich liebe dich Shinji“ Ich liebe dich über alles...“ Shinji wollte schon vor Freude lauthals Losschreien, nur der Gedanke an die schlafende Misato und Asukas ernster Gesichtsausdruck hielten ihn davor zurück.. Sie schlang ihre Arme hinter seinen Kopf und beide verschmolzen in einem langen Kuss. Shinji fühlte Asukas sanfte Berührung und ihre weichen Abdrücke auf seinem Körper. Der Druck wurde stärker und Asuka schob Shinji sanft auf das Bett. Shinji konnte gar nicht anders als sich hinzulegen und sogleich bezog Asuka über ihm Stellung. Sie legte sich auf ihn und ihr Mund näherte sich langsam seinem Ohr. Leise hauchte sie ihm ins Ohr und Shinji fühlte wohltuende Wellen der Erregung durch seinen Körper fließen. „Diese Nacht wirst du nicht vergessen, das verspreche ich...“



Das war also das 2. Kapitel meiner FF. Hoffe sie hat euch gefallen. Falls dies nicht der Fall sein sollte, könnt ihr mich nun per E-Mail an 1337One@web.de beschimpfen. Seit neustem geht das auch im Forum www.Ilumnia.de in meinem eigenen Thread in der FanFiction-Sektion. Damit fällt die alte URL natürlich weg.
Ach ja... Positive Kritik ist natürlich auch gern gesehen ^^

Noch etwas des ersten Kapitels betreffend: Also zum ersten unterscheiden sich das erste und diese Kapitel von der Quantität doch sehr. Dies liegt daran, dass das erste Kapitel gleichzeitig den Prolog beinhaltete. Zum zweiten muss ich mich für die Teils doch recht merkwürdig gesetzten Satzzeichen entschuldigen. Auch in diesem Kapitel könnte das wieder der Fall sein, allerdings ist es ausnahmsweise nicht ganz meine Schuld ^^; Es gab nämlich einige Probleme bei der Übergabe dieses Kapitels an EA, da Seashore anscheinend Probleme mit meiner Datei hatte (Deshalb auch der Wechsel zu Web.de). Also sendete ich ihr den Text als E-Mail und siehe da: Lycos ändert gerne Satzzeichen um. Anscheinend wurden alle „Gänsefüßchen“ in Fragezeichen umgewandelt. Ich bitte dies also zu Entschuldigen. Ich bin nicht wirklich so schlecht in Grammatik ^^

Freut euch schon bald auf Kapitel 3!
Cya all!